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Lampenfieber vor einem Vorsingen oder Auftritt ist normal — sogar erfahrene Sänger:innen kennen das flaue Gefühl im Magen kurz vor dem ersten Ton. Die gute Nachricht: Mit gezielter Vorbereitung lässt sich Nervosität deutlich reduzieren. Hier sind fünf Übungen, die ich im Unterricht regelmäßig einsetze.

1. Atem vor Stimme

Die meisten Aufregungssymptome — Zittern, flacher Atem, trockener Mund — hängen mit zu flacher Atmung zusammen. Fünf Minuten vor dem Auftritt bewusst in den Bauch atmen, mit langer Ausatmung, beruhigt das Nervensystem spürbar, bevor überhaupt ein Ton gesungen wird.

2. Den Raum vorher „einnehmen“

Wer die Bühne oder den Vorsingraum vorher kurz betreten und bewusst wahrnehmen kann, reduziert die Angst vor dem Unbekannten erheblich. Wo stehe ich, wie klingt der Raum, wo ist das Publikum oder die Jury? Schon zwei Minuten reichen oft aus.

3. Körperliche Anspannung gezielt lösen

Nervosität setzt sich häufig in Schultern, Kiefer und Nacken fest — genau dort, wo auch die Stimme entsteht. Kurze Lockerungsübungen für Kiefer, Zunge und Schultern direkt vor dem Auftritt schaffen spürbar mehr stimmliche Freiheit.

4. Das Stück von innen kennen, nicht nur auswendig

Reine Auswendig-Sicherheit bricht unter Stress leichter zusammen als inhaltliches Verständnis. Wer weiß, wovon ein Lied wirklich erzählt und warum es gerade diese Stelle emotional trägt, findet auch bei Blackout-Momenten schneller zurück in den Text.

5. Aufregung umdeuten statt bekämpfen

Körperlich sind Aufregung und Vorfreude fast identisch — beschleunigter Puls, erhöhte Aufmerksamkeit. Der Unterschied liegt oft nur in der Bewertung. Statt „Ich bin so nervös“ hilft im Kopf oft schon: „Ich bin bereit, das ist Energie für den Auftritt.“

Keine dieser Übungen ersetzt Vorbereitung und Übung — aber zusammen können sie den Unterschied machen zwischen einem Auftritt, der sich wie Überleben anfühlt, und einem, der Freude macht.

Steht ein Vorsingen oder Auftritt an? Im Einzelunterricht arbeiten wir gezielt an Technik und Auftrittssicherheit.

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